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Die grafische Industrie wird im Jahre 2015 das „Tal der Tränen“ wieder verlassen können. Der Konsolidierungsprozess ist, zu mindestens bei Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern, weitgehend abgeschlossen. Die Unternehmen setzen auf digitale Technologien, um neue, innovative Geschäftsmodelle mit und ohne Papier zu entwickeln. Die sinnvolle Nutzung technologischer Entwicklungen bestimmt wesentlich die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in den nächsten Jahren. Strategie, IT und Change-Management sind der Schlüssel zum Erfolg. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass der Mensch der „zentrale“ Erfolgsfaktor in diesem Transformationsprozess darstellt. Nur wer es versteht, die Menschen auf dem Weg in eine digitale Zukunft mitzunehmen, wird mit seinem Unternehmen einen nachhaltigen Erfolg erzielen.
Für die grafische Industrie sind heute mehr denn je Kreativität und Visionen wichtig. Diese sind der Motor dafür, dass sich Märkte weiterentwickeln. Die gute Nachricht ist: Der deutsche Maschinenbau hat mit Innovationskraft spannende Technologien entwickelt, so dass Erstaunliches heute schon machbar ist. So wurde beim Forum Packmittel im VDMA gezeigt wie Markenartikler geschickt edel gedruckte Image-Verpackungen mit digitalen Mehrwertdiensten kombinieren. Faszinierendes Design mit integriertem unsichtbarem Produktschutz erlaubt es dem anspruchsvollen Kunden, die Authentizität des Markenproduktes sofort per Smartphone zu überprüfen, um nur ein Beispiel zu nennen. Auch für die Drupa 2016 haben Maschinenbauer schon vielversprechende Innovationen angekündigt. Wer also live einen Vorgeschmack davon haben möchte, was in Zukunft alles zu unserem Alltag gehören wird, kommt an einem Besuch auf der nächsten Drupa nicht vorbei. Denn dort heißt es: Touch the Future! Mit freundlicher Genehmigung des Autors und der Fachzeitschrift „Der Druckspiegel – 6/2014“
Die Bereitschaft, in neue Produktionsanlagen zu investieren, muss wieder ansteigen. Unsere Branche – Kunden ebenso wie Lieferanten – benötigt eine kontinuierliche Erneuerung, um langfristig überleben zu können. Momentan zehren wir in vielen Bereichen von der Vergangenheit. Dies fördert zwar das Servicegeschäft, limitiert aber unsere Möglichkeiten, komplett neue Wege zu gehen.
Für Anwender geht es weiter darum, möglichst das ganze ökonomische Potenzial aus erstklassiger Hardware, vernetzten Lösungen, automatisierten Workflows und Applikationen wie Web-to-Print zu realisieren. Dadurch hat sich auch grundsätzlich unsere Kundenansprache geändert. Lösungen und Systementwicklungen erfolgen rein aus Kundensicht. Dies drückt sich auch in „Digital1234“ aus, unserem Kundenprogramm zur Entwicklung digitaler Geschäftsfelder. Erfolgreiche Beratung erfordert hierkonsequent die Kundenperspektive einzunehmen. Auch Branchennetzwerke werden wichtiger. Wir fördern deshalb die europaweite
Was ist im Vor-Drupa-Jahr 2015 wichtig für das Wohl der grafischen Branche? Angesichts der gravierenden Veränderungen innerhalb unserer Branche ist das eine spannende und herausfordernde Frage. Dazu muss man die grafische Industrie aus zwei Blickwinkeln betrachten, einmal aus der Sicht des Herstellers und aus der des Druckers. Für uns Hersteller ist entscheidend, das Geschäftsmodell des Kunden zu verstehen. Was sind die Herausforderungen des Marktes? Hier geht es um fallende Auflagen, Individualisierung, enger werdende Zeitfenster, wachsenden Preisdruck und hohe Wechselbereitschaft der Endkunden. Untersuchungen zeigen, dass im Druckprozess kaum noch Einsparungspotenziale zu erzielen sind, in der
Wichtig sind vor allem stabilere Rahmenbedingungen in Wirtschaft und Politik als in der letzen Zeit. Die vielen militärischen Konflikte, die Sorgen um Ebola oder eine erneute Finanzkrise und die Turbulenzen an den Börsen verunsichern Investoren und schwächen die Konjunktur, von der die Printnachfrage in hohem Maße abhängt. Auf das wirtschaftliche Umfeld haben wir nur begrenzten Einfluss. Wir alle können aber dazu beitragen, dass Print in unserer digitalen Welt weiter als bedeutender und nachhaltiger Informations- und Werbeträger wahrgenommen wird. Schwarzmalerei bringt uns nicht weiter. Neue Ideen und neue Wege bei der Gestaltung, Herstellung, Veredelung und Vermarktung von Drucksachenjeglicher Art sind gefragt. Und natürlich auch ein Zeitgemäßer Service für Printeinkäufer. Print lebt und ist mit einem weltweiten Umsatzvolumen von weit über 500 Mrd. Euro größer als die internationale Automobilindustrie. Das dies so bleibt, ist unsere gemeinsame Aufgabe, auch im Jahr vor der nächsten Drupa. Diese Leitmesse für Print ist kein Anlass, sich bei 2015 anstehenden Investitions- und Unternehmensentscheidungen entspannt zurückzulehnen oder gar wegen des anhaltenden Strukturwandels in unserer Branche zu resignieren.
Die Unternehmen der Printmedienindustrie müssen sich noch rascher an den Wandel in unserer Branche anpassen. Die große Herausforderung lautet, die digitalen Medien mit Print sinnvoll zu verknüpfen und dafür die passenden Geschäftsmodelle zu entwickeln. Es gilt, Endkunden durch entsprechende Dienstleistungen einen Mehrwert zu bieten und sich so zu differenzieren. Ein Beispiel sind Multichannel- Anwendungen, wie sie ganz aktuell durch unseren „Prinect Media Manager“ umgesetzt werden können. Bei den Technologien kann die Branche sowohl auf den bewährten Offset- als auch auf den sich ständig weiterentwickelnden Digitaldruck zurückgreifen, die sich bestens ergänzen. Wachstumsfelder sehen wir im Verpackungsbereich durch hochwertige veredelte Druckprodukte und auch im Bereich der Etiketten. Gerade hier haben wir vor kurzem zusammen mit der Gallus-Gruppe eine Digitaldruckmaschine für den Etikettendruck auf Basis der Inkjettechnologie von Fujifilm präsentiert. Für die Veränderungen in der Branche bedarf es gut ausgebildete und hoch qualifizierter junge Leute. Nur so entwickeln sich die Nachwuchskräfte, welche die Branche dringend braucht, und die gemeinsam mit den langjährigen Experten an zukunftsweisenden Technologien arbeiten. Wichtig ist auch weiterhin eine entsprechende Lobbyarbeit für die Branche durch die Verbände und Fachorgane. Das Medium „Print“ hat Zukunft und ist unübertroffen in der Haptik, Wirksamkeit und Veredelung- eindrucksvoll gezeigt im Werbespot „Book-Book“ von IKEA auf YouTube.
Das Wohl der grafischen Branche wird ein schwer erreichbares Ziel sein. Unsere Branche ist gebeutelt und es gibt keine Anzeichen für ein plötzliches Ende dieser Tendenz. 2015 wird ein wichtiges Jahr, das nächste Jahr sollte immer ein wichtiges sein. Hierbei spielt die Drupa 2016 in Düsseldorf auch eine Rolle, doch deren Schatten reicht nicht mehr soweit, wie in der Vergangenheit. Das Jahr 2015 bringt uns, aller Voraussicht nach, die Neuregelung der deutschen Bedarfsgegenständeverordnung (Druckfarbenverordnung). Als weitere Schlagzeilen im Jahr 2015 können wir lesen: „Der Offset lebt!“ oder „Digitaldruck boomt“. Wir werden aber auch weiterhin von Konsolidierungen am Markt lesen. Von den Kapazitätsanpassungen bei Herstellern konventioneller Drucksysteme haben wir bereits oft in der Vergangenheit gelesen. Zukünftig sollten wir solche Meldungen für Hersteller von digitalen Drucksystemen nicht ausschließen, vielleicht schon 2015. Ein großer Wettbewerb und die Produktivitäts-wie Qualitätsfortschritte der Digitaldrucksysteme sind enorm, vielleicht entwickeln diese sich schneller als der Markt wächst.
Auch in Großdruckereien steigt immer mehr die Anfrage nach personalisierten Druckaufträgen, sprich geringen Stückzahlen. Der Digitaldruck ist hier bei weitem der bessere Weg und Offsetdruckereien erweitern ihren Maschinenpark, um schnell und einfach auf spezialisierte Anfragen reagieren zu können. Dabei liegt der Fokus vor allem auf umweltfreundlichen Alternativen. Auch Seiko arbeitet hier mit neuen Technologien zielgerichtet auf die Drupa hin. Schon jetzt sind die neuen Druckerserien mit höchst leistungsfähiger Eco-Tinte ausgestattet. Auch auf die Umwelt bedacht, schauen kleine Werbetechnikunternehmen dabei ebenso insbesondere auf das Preis-Leistungsverhältnis zwischen den Anschaffungskosten der Hardware und den laufenden Produktionskosten. Mit niedrigen Tinten- und Wartungskosten, die auf den ersten Blick leicht höheren Investitionskosten im Vergleich zur Konkurrenz gegenüber stehen, bietet Seiko maßgeschneiderte und mittelfristige weitaus effizientere Lösungen. Genau diese Gründe haben Marktführer der Digitaldruckbranche dazu bewegt, Seiko-Drucker in ihr Portfolio aufzunehmen.
Jahre bevor Johannes Gutenberg die beweglichen Lettern erfand, produzierte er auf Vorrat Wallfahrtsandenken aus einer Blei-Zinn-Legierung, die sich bei den Pilgern der Aachener Wallfahrt 1440 als religiöse Souvenirs gut verkaufen ließen. Er lernte dadurch vieles, was auch heutige Unternehmer benötigen: Mut, Zielgruppenkenntnis, Kapitalbeschaffung für eine vorausschauende Investition und fachliches Erfindertum. Aus seinen Erfahrungen bei der Arbeit mit den Blei-Zinn-Legierungen entstand unsere grafische Branche. Wohl den Betrieben, die im Vor-Drupa-Jahr wieder Erfinder werden und erkennen, dass sich ihre Kenntnisse nicht auf das Bedrucken von Informationen auf Papier beschränken. Wer Siebdruck beherrscht, kann auch Solarzellen drucken. Wer Offset beherrscht, kann Teil der Wertschöpfung für fälschungssichere Verpackungselemente werden. Mit Inkjet kann man auch Fußbälle individualisieren. Und 3D-Druck ist Datenkompetenz, kombiniert mit einer Beschichtungstechnologie- wie das Drucken auch. Die grafische Branche ist eine Innovationsbranche. Machen wir mit bei den Erfindungen unserer Zeit und überlassen wir das nicht den anderen.
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