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Druckereien mit einem strategischen Einkauf werden während der Papierkrise bevorzugt beliefert.

Als hätte man durch die Corona-Pandemie nicht schon genug Probleme, erwischte es auch die Papier- und Kartonbranche. Was genau aber hat es damit auf sich? Was ist der Stand der Dinge? Entspannt sich die Papierkrise?

Sprachregelung zur bevorstehenden Krise ab 2020

 Ende 2020 teilte Dr. Jörg Sensburg, Vorsitzender des Bundesverbands des deutschen Papiergroßhandels, mit: „Der deutsche Papiergroßhandel befindet sich in einem herausfordernden Marktumfeld. Die nächsten Monate werden für unsere Kunden und für uns marktbedingt schwierig. Gleichwohl ist der deutsche Papiergroßhandel gut aufgestellt.“ Mitte 2021 hieß es dann: „Der deutsche Papiergroßhandel bemüht sich nach Kräften, um die sich abzeichnenden Versorgungsengpässe abzufedern. Deshalb hat der Papiergroßhandel in Deutschland seine Lagerhaltung bis zum Maximum bevorratet.“

Der Verband DIE PAPIERINDUSTRIE e.V. meldete in seiner Bilanz für 2020, sie habe auch in der Krise verlässlich geliefert. Für das erste Quartal 2021 hieß es dann, dass die Marktentwicklung durch steigende Rohstoffkosten getrübt sei. Die Covid-Pandemie führte weltweit zu Unterbrechungen bei der Produktion von Rohstoffen und beim internationalen Schiffsverkehr. Die knappe Rohstoffverfügbarkeit in der Papierindustrie führe zu steigenden Preisen. In der zweiten Jahreshälfte meldete der Verband dann aber, wieder im Aufschwung zu sein.

Auf einer Veranstaltung des Bundesverbandes Druck und Medien (BVDM) im September 2021 diskutierten über 300 Unternehmer die Papierknappheit. Besonders kritisch wurde eine Vermutung aus dem Auditorium hinterfragt, dass große Industriekunden in einzelnen Fällen sofort beliefert worden seien, während bei Druckereien Kaufkontingente gekürzt oder Liefertermine um Monate verschoben wurden. Bewusst war allen Teilnehmern, dass die Gefahr eines weiteren Abwanderns von Aufträgen in das Online-Geschäft, insbesondere in der Werbung, nicht durch eine Störung der Lieferketten befördert werden dürfe. Ende 2021 meldete dann der BVDM, die Situation an den Papiermärkten eskaliere. Er sehe angesichts der Situation bei den Preisen und Lieferbedingungen für Papier mit großer Sorge auf die Auswirkungen für Druckereien und für Printprodukte.

Angesichts der Lieferengpässe und Preissteigerungen bei grafischen Papieren, forderte auch der Vorstand des Verbands Druck + Medien Nord-West Ende 2021 dazu auf, in einen Dialog zwischen Papierherstellen, Großhandel und der Druck- und Medienindustrie zu treten.

Branchen-Statements zum aktuellen Stand der Dinge

 In einer exklusiven Stellungnahme von Ende Januar 2022 teilt der Verband DIE PAPIERINDUSTRIE e.V. mit: „Es gibt derzeit temporäre Lieferengpässe im Bereich der Druckpapiere, vor allem Zeitungen und Zeitschriften. Hintergrund ist die nach dem Lockdown deutlich angestiegene Nachfrage nach Printwerbung, mit der man die während des letzten Lockdowns eher zurückhaltenden Konsumenten ansprechen will. Da die Nachfrage nach Druckpapieren aber bereits seit 2009 kontinuierlich rückläufig ist, haben die Hersteller in Gesamteuropa in entsprechendem Maße Kapazitäten ab- oder vereinzelt umgebaut. Demzufolge gibt es für diesen sprunghaften Nachfrageanstieg keine Kapazitäten. Gleichzeitig stehen die Papierhersteller derzeit unter einem hohen Preisdruck bei Rohstoffen und Energie. Das macht sich auch bei den Preisen bemerkbar. Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage sich innerhalb des nächsten halben Jahres wieder einpendelt.“

Der Fachverband Faltschachtel-Industrie verweist auf seine Blitzumfragen zum Monatswechsel von Ende November 2021. Dort heißt es u.a., dass die gegenwärtige Versorgungslage bzw. die exorbitant langen Lieferzeiten für Karton vermutlich noch für einige Zeit bestehen bleiben werden. Zur Entspannung der Situation könnten wesentlich die Kunden beitragen, indem sie ihre Forecasts zur tatsächlich benötigten Verpackungsmenge optimieren. Gleichwohl gelte die Supply Chain für Faltschachteln, die aus der natürlichen, nachwachsenden und zertifiziert nachhaltigen Rohstoffquelle Holz oder aus Kreislauf geführtem Altpapier stammen, als resilient. Lösungen für die Verwerfungen in der Supply Chain würden vor allem in einer verbesserten Kommunikation und pragmatischen Planung der realistischen Bedarfe an Karton und Faltschachteln gesehen.

Der Bundesverband des Deutschen Papiergroßhandels teilt auf aktuelle Anfrage mit, dass es zu den vom Bundesvorsitzenden Stephan Krauss im Magazin „Druck & Medien“ Anfang Oktober 2021 publizierten Interview „leider“ keine neuen Erkenntnisse gebe. Die Situation sei, wie sie ist. Auf die Frage, wann er mit einer Entspannung auf dem Papiermarkt rechne, hatte Herr Krauss geantwortet, jetzt – mit den explodierenden Energiekosten und den Abstellmaßnahmen in China – würde er sich da nicht mehr festlegen wollen. Selbst wenn die Verfügbarkeit wieder besser werden sollte, gehe er davon aus, dass die Papierpreise kostenbedingt hoch bleiben werden.

Professioneller Einkauf – immer ein bisschen besser als andere!

Der Einkauf prägt das Erscheinungsbild eines Unternehmens nach außen und trägt direkt zum Geschäftserfolg bei. Wer kennt nicht die Binsenweisheit „im Einkauf liegt der Gewinn.“

Fähige Einkäuferinnen und Einkäufer sorgen für niedrige Beschaffungskosten, senken das Unternehmensrisiko und ermöglichen Einsparungen in vielen Bereichen. Dazu ein Beispiel: Eine Druckerei mit 16 Mio. Euro Umsatz verfügt über ein jährliches Einkaufsvolumen für Papier, Farbe und Fremdleistungen in Höhe von 8 Mio. Euro. Trotz der hohen Bedeutung des Einkaufs für den Unternehmenserfolg, verfügen nur ca. 7 Prozent aller deutschen Druckereien über eine entsprechende Position in ihrem Organigramm. In den meisten Unternehmen ist die Beschaffung immer noch Chefsache und verhindert so eine Professionalisierung der Einkaufsprozesse.

Analysen von Apenberg & Partner haben ergeben, dass Unternehmen, die auf einen strategischen Einkauf verzichten, Einsparpotenziale von bis zu 5 Prozent ungenutzt lassen. Im Falle unserer Musterdruckerei reden wir von einer Ergebnisverbesserung von 400.000 Euro.

Der strategische Einkauf besitzt einen weiten, langfristigen Blick auf die Beschaffung von Rohstoffen, Betriebsmitteln, Produkten und Dienstleistungen. Betriebe mit einem strategischen Einkauf werden auch während der Papierkrise bevorzugt beliefert.

Wenn Sie einen professionellen Einkauf aufbauen möchten, dann sprechen Sie einmal mit den Print Business Consultants von Apenberg & Partnern. Wir beraten Sie beim Aufbau einer passenden Einkaufsorganisation und helfen Ihnen, unter den vielen guten Einkäuferinnen und Einkäufern die Richtigen zu finden.

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